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Steuern für freie Autoren – Übersicht für Neulinge

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    Steuern für Texter – der erste Kontakt mit dem Finanzamt

    Bevor Du die Tätigkeit als freier Autor aufnimmst, meldest Du Dich beim Finanzamt. Sie senden Dir daraufhin einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu. Im Formular gibst Du die Höhe der Einnahmen an, denn je nach Höhe zahlst Du unterschiedlich viel Steuern. Bis 10 908 € im Jahr darfst Du 2023 steuerfrei dazu verdienen. Das sind immerhin 909 € je Monat.

    Welche Steuerarten kommen auf mich zu?

    Einkommensteuer für Freiberufler

    Als freiberuflicher Texter besteht die Pflicht zur Einkommensteuer. Je nach Höhe der Einnahmen wird die Einkommensteuer individuell ermittelt. Dabei wird der Gewinn, also Umsatz minus Ausgaben herangezogen. Je höher der Ertrag ist, desto mehr Steuern zahlst Du. Als Richtwert: Ab einem Einkommen von über 62 810 € (2023) beträgt der Steuersatz 42 %.

    Gewerbesteuer für Texter

    Eine Gewerbesteuer zahlst Du als Freiberufler nicht. Anmelden musst Du ein Gewerbe nur, wenn Du mit etwas handelst. Wenn Du neben dem Texten (als Dienstleistung) ein Buch verkaufst, benötigst Du ein Gewerbe. Je nach Höhe der resultierenden Einnahmen verlangt das Finanzamt die Gewerbesteuer. Es gibt spezielle Sonderfälle. Informationen erhältst Du beim Finanzamt.

    Umsatzsteuer – 7 oder 19 % ?

    Auf Dienstleistungen wird in Deutschland Umsatzsteuer erhoben, die Du als Texter an das Finanzamt abführst.

    Hierbei schlüsselst Du je nach Auftrag die Umsatzsteuer auf. Es gelten zwei Steuersätze, nämlich 19 % und die ermäßigte Umsatzsteuer von 7 %.

    Bei Leistungen, bei denen Du der Urheber bist, fällt der ermäßigte Steuersatz (7 %) an. Dies ist beispielsweise bei einem Website-Text mit eigener Recherche der Fall.

    Wenn Du Texte optimierst oder ein Buch korrigierst, fallen 19 % Umsatzsteuer an. Vereinfacht gesagt, bei allen Textarten, die Du nicht selbst komplett schreibst.

    Vorsteuer für freie Autoren

    Vorsteuer ist die Steuer, die Du von einem anderen Dienstleister in Rechnung gestellt bekommst.

    Wenn Du Betriebsausgaben hast, bekommst Du dafür eine Rechnung. Die Umsatzsteuer, die darauf gekennzeichnet ist, ist Deine Vorsteuer. Für jede Deiner Ausgaben fällt diese Steuer an. Du musst sie im Rahmen der Umsatzsteuer-Voranmeldung dem Finanzamt melden.

    Exkurs: Unterschied Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer?

    In Deutschland ist Mehrwert- und Umsatzsteuer oft die gleiche Steuerart. Es ist eine Umschreibung der Umsatzsteuer. Ein Betrieb versteuert nur den „Mehrwert“ und führt diesen an das Finanzamt ab.

    Wenn das Unternehmen einen Einkauf tätigt, wird der Mehrwert mit der sogenannten Vorsteuer verrechnet. Das Finanzamt zahlt eine mögliche Differenz zurück. Der normale Bürger ist nicht zur Vorsteuer berechtigt und bezahlt beim Einkaufen die gesamte Mehrwertsteuer.

    Sonderregelung: Kleinunternehmer

    Als Kleinunternehmer ist es möglich, sich von der Umsatzsteuer zu befreien. Voraussetzung ist, dass der Umsatz im ersten Jahr nicht über 22.000 € liegt. Im zweiten Kalenderjahr darf das Einkommen nicht mehr als 50.000 € betragen. Die Beträge sind inklusive der anfallenden Steuern.

    Die Umsatzsteuer gibst Du als Kleinunternehmer nicht auf der Rechnung an. Wichtig: Kennzeichne eindeutig, dass Du Kleinunternehmer bist. Dieser Punkt wirkt sich womöglich nachteilig aus, da es für den Kunden unerfahren wirkt. Jedoch besitzt es den Vorteil, dass Du weniger Zeit in „steuerlichen Dingen“ investierst, was am Anfang den Arbeitsaufwand enorm reduziert.

    Wenn Du Dich als Kleinunternehmer nicht von der Steuer befreist, entscheidest Du Dich zwischen der Ist- oder Soll-Besteuerung. Die Ist-Besteuerung heißt: Die Steuer bekommt das Finanzamt erst, wenn der Kunde bezahlt hat. Bei der Soll-Besteuerung zählt das Datum der Rechnung und nicht wann die Rechnung vom Käufer beglichen wird. Mit anderen Worten: Wenn der Kunde nicht rechtzeitig das Geld überweist, gehst Du zunächst in Vorleistung.

    Umsatzsteuer-Voranmeldung:

    Wenn Du auf die Kleinunternehmerregelung verzichtest, berechnest Du die Umsatzsteuer in der Rechnung. Die Umsatzsteuer der einzelnen Rechnungen wird summiert und regelmäßig an das Finanzamt abgeführt.

    Dies geschieht über die Umsatzsteuer-Voranmeldung. Dabei werden die Ausgaben, also die Vorsteuer und Einnahmen (Umsatzsteuer) gegenübergestellt. Die Differenz erhält das Finanzamt. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung kann online über das Elster-Verfahren geschehen. Bei monatlicher Meldung, bist Du verpflichtet das Formular bis zum 10. des Folgemonats abzugeben. Je nach Höhe des Umsatzes gibt es auch eine vierteljährliche oder jährliche Meldung.

    Steuerberater oder doch allein?

    Steuer da, Steuer hier, schnell hast Du den Überblick verloren. Wer sich nicht damit beschäftigen möchte, holt sich Hilfe bei einem Steuerberater. Allerdings brauchst Du dies nicht unbedingt.

    Wenn Du die grundlegenden Begriffe verstanden hast, regelst Du die Steuer gut allein. Als freiberuflicher Autor sind Deine Ausgaben überschaubar, sodass der Rechenaufwand gering ist.


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